Holztechnik

Umschulung zum/zur Tischler/in (HWK)*

*unter besonderer Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und ökologischen Aspekten

Beginn: Sommer 2020
Dauer: 28 Monate
Förderung: Bildungsgutschein

Weitere Informationen unter 0221/9714101-0

Berufsbild

Tischler/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der Handwerksordnung (HwO).

Tischler/innen stellen Möbel, Türen und Fenster aus Holz und Holzwerkstoffen her oder führen Innenausbauten durch. Meist handelt es sich dabei um Einzelanfertigungen.

Tischler/innen arbeiten überwiegend bei Herstellern von Möbeln, Holzwaren oder -konstruktionsteilen sowie im Tischlerhandwerk, z.B. in Bautischlereien. Darüber hinaus können sie bei Herstellern von Holzwerkstoffen oder in Baumärkten und Möbelhäusern beschäftigt sein. Auch Theater mit eigener Tischlerei, Messebauunternehmen oder Betriebe des Schiffbaus kommen als Arbeitgeber infrage.

Innenausbauten und Einrichtungsgegenstände aus Holz sind ihr Spezialgebiet: Tischler/innen stellen Schränke, Sitzmöbel oder Tische, Fenster oder Türen, aber auch Messe- und Ladeneinrichtungen meist in Einzelanfertigung her. Sie informieren ihre Kunden über unterschiedliche Einrichtungslösungen und beraten mit Hilfe von Skizzen und Entwürfen. Wenn sie den Auftrag erhalten haben, be- und verarbeiten sie Holz und Holzwerkstoffe mit einer Vielzahl unterschiedlicher, auch computergesteuerter Techniken.

Sie sägen, hobeln und schleifen, führen Furnierarbeiten aus und behandeln die Holzoberflächen. Die einzelnen Teile verschrauben oder verleimen sie zu fertigen Holzprodukten. Auf Baustellen setzen sie dann Fenster, Treppen und Türen ein; in Wohn- oder Büroräumen montieren sie Einbaumöbel, Raumteiler oder Wandverkleidungen. Sie prüfen das fertige Werk und übergeben es dem Kunden.

Außerdem reparieren sie beschädigte Möbel oder gestalten Musterstücke. Nach den Wünschen der Kunden erstellen sie mithilfe von Computer Aided Design (CAD) und der branchenspezifischen Software Entwürfe und fertigen Modelle an. Sie wählen das passende Furnier nach Maserung und Farbe aus, schneiden es zu und kleben es mithilfe spezieller Pressen auf die Platten. Tischler/innen versiegeln die Oberfläche und verändern beispielsweise die Farbe des Holzes, indem sie es bleichen, beizen, lasieren oder lackieren. Dabei setzen sie auch ökologische Mittel ein.

In der Werkstatt schneiden sie das Holz zuerst grob zu und hobeln es ab. Elektrische und zunehmend auch CNC-gesteuerte Maschinen nehmen ihnen dabei viel Arbeit ab. Neben handwerklichem Geschick ist also auch technisches Verständnis gefragt.

Darüber hinaus können Tischler/innen mit älteren Möbelstücken zu tun haben. Sie reparieren z. B. Schränke, die nicht mehr richtig schließen, oder bearbeiten zerkratzte Tischplatten. Sie behandeln holzwurmbefallene alte Möbel oder ersetzen ganze Teile unter Beachtung von Bauart und Baustil. Bevor sie ans Werk gehen, beraten sie ihre Kunden, zeigen verschiedene Möglichkeiten auf und erklären ihnen schließlich, wie sie das instand gesetzte Möbelstück am besten pflegen können.


Zielgruppe und Zugangsvoraussetzungen

Für verschiedene Personengruppen ist das Umschulungsangebot sinnvoll und notwendig:

  • für  Arbeitslose/Langzeitarbeitslose mit Interesse / Vorkenntnissen am / im gewerblichen Tätigkeitsbereich
  • Personen, die ihren alten Beruf nicht mehr ausüben können bzw. die eine geringe Einstellungsmöglichkeit im erlernten Beruf erfahren
  • Migranten, denen ggf. nur Teilqualifikationen des im Herkunftsland erworbenen Berufsabschlusses anerkannt werden.

Da die im Rahmenlehrplan vorgesehenen Inhalte für den anerkannten Beruf „Tischler/in“ grundsätzlich auf dem Hauptschulabschluss aufbauen, sollten die Bewerber mindestens über diesen oder  vergleichbare Kenntnisse verfügen. 

Darüber hinaus sollten sie die nachfolgend aufgeführten Mindestanforderungen bzw. –voraussetzungen erfüllen:

  • Grundlagenwissen in Mathematik
  • Sprachliche Handlungskompetenz im Alltag und in der Arbeitswelt

Da der Beruf vorwiegend mit körperlichem Einsatz ausgeübt wird, dürfen die Teilnehmer gesundheitlich nicht beeinträchtigt sein. Das schließt eine normale Seh- und Hörfähigkeit ebenso ein wie motorische Geschicklichkeit.

Die beruflichen und schulischen Zugangsvoraussetzungen werden anhand von Lebenslauf, Zeugnissen und Zertifikaten im Rahmen eines Fachgesprächs und durch einen Eignungstest vor Maßnahmebeginn geprüft.