Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EffT)

Allgemeines

Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten

Vorbemerkung:

§5 der Handwerksverordnung erlaubt Handwerksbetrieben, Fremdhandwerke auszuführen, wenn sie mit dem eigenen Gewerk zusammenhängen oder dies in wirtschaftlicher Hinsicht ergänzen. Auch in anderen Betrieben, die nicht zum Handwerk gehören, fallen z.B. bei der Inbetriebnahme, Instandhaltung und im Kundendienst elektrotechnische Tätigkeiten an, die nach der Unfallverhütungsvorschrift Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel (DGUV 2) grundsätzlich Elektrofachkräften vorbehalten sind.

In beiden Fällen werden diese Arbeiten zunehmend von Nichtelektrikern durchgeführt. Die Unfallverhütungsvorschriften fordern, dass Arbeiten an elektrischen Anlagen und Betriebs-mitteln nur von Elektrofachkräften oder unter deren Leitung und Aufsicht durchgeführt wer-den dürfen. Deshalb ist eine ausreichende Ausbildung der Personen erforderlich, die solche Tätigkeiten eigenständig durchführen sollen.

Um diesen Bedürfnissen sowohl im Handwerk als auch in der Industrie Rechnung zu tragen, wurde in den Durchführungsanweisungen zu § 2 der Unfallverhütungsvorschrift  Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (DGUV 2) der Begriff Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten aufgenommen.

Begriffe:

Festgelegte Tätigkeiten sind gleichartige, sich wiederholende elektrotechnische Arbeiten an Betriebsmitteln, die vom Unternehmer in einer Arbeitsanweisung festgelegt sind.

Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ist, wer aufgrund seiner fachlichen Ausbildung in Theorie und Praxis, Kenntnisse und Erfahrungen sowie Kenntnis der bei diesen Tätigkeiten zu beachtenden Bestimmungen, die ihm übertragenden Arbeiten beurteilen und mögliche Gefahren erkennen kann.

Pflichten des Unternehmers:

Der Unternehmer darf eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten nur mit der Ausführung solcher Arbeiten beauftragen, für die eine Ausbildung nachgewiesen ist. Die Beauftragung hat schriftlich gemäß beigefügter Bestellung zu erfolgen ( Anhang 3 ). In einer Arbeitsanweisung hat der Unternehmer die Tätigkeiten festzulegen und zu beschreiben. Unberührt davon bleibt die Verpflichtung des Unternehmers zur Unterweisung nach Unfallverhütungsvorschrift DGUV 1 § 7.

Bei der Erweiterung der Tätigkeiten hat der Unternehmer für die ergänzende Ausbildung zu sorgen.

In welchem Umfang Arbeiten an den elektrischen Anlagen ausgeführt werden dürfen, bestimmt der Unternehmer. Er trägt die Verantwortung für Auswahl, Beaufsichtigung und Weiterbildung der von ihm eingesetzten Elektrofachkräfte für festgelegte Tätigkeiten.

Grundlegende Anforderung an die Ausbildung

Voraussetzung für die Ausbildung zur Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Diese Ausbildung muss für die festgelegten Tätigkeiten durch eine zusätzliche Ausbildung im elektrotechnischen Bereich ergänzbar sein.

Die Dauer der theoretischen Ausbildung ist ausreichend zu bemessen. Die praktische Ausbildung muss an den in Frage kommenden Betriebsmitteln durchgeführt werden und die Fertigkeiten vermitteln, mit denen die in der theoretischen Ausbildung erworbenen Kenntnisse für festgelegte Tätigkeiten sicher angewendet werden können.

Die Ausbildung ist mit einer Prüfung abzuschließen, in der der Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse in Theorie und Praxis nachweisen muss. Nach erfolgreicher Prüfung wird ein Zertifikat ausgestellt, in dem bescheinigt wird, mit welchen Tätigkeiten der Teilnehmer künftig vom Unternehmer beauftragt werden darf.

Die Ausbildung muss durch qualifizierte Personen ( z.B. Meister in einem elektrotechnischen Beruf ) durchgeführt werden. Einschlägige Erfahrung in der Berufsausbildung ist wünschenswert.

aus: wikipedia

Flyer_Elektrotechnik_(EffT)